Gegen die Diktatur werden wir selbst DEN HIMMEL ANMALEN – Muralismo, Writing, Nueva Cancion und Rap in Chile

Der Begriff Muralismo entstand in den 20er Jahren in Mexiko und bezeichnet seither Wandmalerei im öffentlichen Raum. Und auch einen bestimmten Stil und Inhalt. Denn die Murales waren Wandmalereien mit sozialkritischen und nationalen Inhalten. Unter dem Namen Muralismo verbreitete sich diese Kunstform im Laufe des 20. Jahrhunderts in vielen Ländern Lateinamerikas und später auch in Europa. Ein Zeugnis davon waren die Malereien auf der Berliner Mauer. In Chile entstand Muralismo im Zuge der Präsidentschaftskampagne 1964.

 

Einige Künstler Santiagos wollten Allende in seinem Wahlkampf unterstützen und kamen auf die Idee, in den Straßen Santiagos Wandmalereien nach mexikanischem Vorbild anzufertigen. So übertrugen sie die Forderungen Allendes nach sozialer Gerechtigkeit mit dem Pinsel in eine Bildsprache auf die Wände der Straßen Santiagos. Nach dem Wahlkampf entstanden zunächst keine neuen Wandbilder. Doch in den Köpfen Vieler hatte sich diese neue Ausdrucksform bereits etabliert.

    

Ende der 60er Jahre entstehen dann die ersten Wandmaler-Brigaden. Ihre Manifestation ist eine politische. Sie wollen gezielt politische Agitation betreiben. Die Namen der Kandidaten oder politische Parolen stehen dabei im Vordergrund. Damit sie in der Hektik der Großstadt auch wahrgenommen werden, müssen die Symbole und Schriftzüge in monumentalen Dimensionen und auffälligen Farben gemalt werden. Da dies nicht mit offizieller Genehmigung geschieht, müssen die Malereien möglichst schnell fertig gestellt werden.

Die Maler eigenen sich deshalb das politische Bewusstsein und die Techniken von Untergrundkämpfern an. Sie schließen sich zu “Brigaden“ zusammen, um die einzelnen Arbeitsschritte aufteilen zu können. Während Allendes zweiter Wahlkampagne 1970 entwickelt sich der bildliche Stil der Maler-Brigaden. Aus den Buchstaben wachsen Fäuste, Gesichter, Körper, Tiere, Pflanzen, Landschaften und Symbole. So entsteht eine starke Bildsprache, die aus dem Stadtbild hervor sticht.

  

Der Militärputsch von 1973 bringt diese Bewegung und seinen kreativen Entwicklungsprozess zu einem plötzlichen Ende und die Murales verschwinden aus den Straßen Santiagos. Viele Maler gehen ins Exil, wodurch der Muralismo zu interessanten Weiterentwicklungen vorangetrieben wird. Andere schließen sich den Widerstandsbewegungen an und gehen in den Untergrund. Auf Flugblättern, in linken Zeitschriften und als Transparente auf politischen und kulturellen Veranstaltungen leben die Murales jedoch weiter. Die ab 1979 aufflammenden Arbeiterstreiks sind für die Brigaden ein erneuter Auftakt zur Aktivität. Die Notwendigkeit zur Verteidigung gegen die Repressionen der Diktatur verändert das Bewusstsein der Bevölkerung, auch in Bezug auf ihren Lebensraum. In einem bis dahin ungekannten Ausmaß füllen sich die Straßen und Wände der Poblaciones* (Elendsviertel) überall im Land mit Bildern und Farben. Sie spiegeln die Ängste, Verzweiflung, Anklagen, aber auch die Hoffnungen und Träume ihrer Bewohner wieder. Anfänglich malen nur die Brigaden und einige Anwohner unter ihrer Anleitung; aber mit der Zeit werden die Bewohner vom Malfieber angesteckt und nehmen selbst die Pinsel in die Hand.

    

Oft werden die offiziell illegalen Aktionen durch das Auftauchen der Ordnungskräfte unterbrochen, was bedeutet: weglaufen, verstecken, warten, weitermachen. Es braucht deshalb meist viele Beteiligte, Verbündete und Anläufe – um ein Bild fertig zustellen. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses Ende der 80er Jahre dringen die Wandmalereien bis zu den Alleen der Innenstadt vor. Neue – jetzt wieder zugelassene – Parteien gründen Brigaden und in den Poblaciones und Universitäten bilden sich Malgruppen. Mit dem Ende der Diktatur organisieren sich die chilenischen Muralistas 1989 in einem Dachverband. Die bekanntesten Brigaden sind: Brigade Elmo Catalan, Brigarde Ramona Parra , Grupo Sindicato, Unidades muralistas Camilo Torres, Brigada La Garrapata, Brigada Pedro Mariqueo, Brigada Cecilia Magni und Brigadas Laura Allende & Salvador Allende.

    

Das musikalische Pendant zum Muralismo ist die “Nueva Cancion Chilena“. Zur selben Zeit, als die Muralistas aktiv wurden, entstand das “Neue Chilenische Lied“. Seine Protagonisten unterstützten ebenfalls aktiv den politischen Kurs des demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, weshalb auch sie von der Diktatur verfolgt wurden. Die „Nueva Canción Chilena“ politisierte die chilenische Folklore und löste damit die bis dahin vorherrschende romantisierende national-chilenische Popularmusik ab. Sie bezog folkloristisch-musikalische Komponenten mit ein, vermischte sie mit anderen Elementen und thematisierte soziale und politische Aspekte. Quasi die chilenische Variante des Protestliedes.

Victor Jara (1932-1973) war – und ist bis heute – eine der wichtigsten Namen der “Nueva Canción Chilena“ und Idol für mehrere Generationen. Seine Lieder sind Zeugnisse der Geschichte Chiles, die auf der ganzen Welt bekannt wurden und ihn mit seinen Hymnen für Freiheit und eine gerechtere Welt unsterblich machten. Victor Jara wurde im Nationalstadion von Santiago ermordet. Nachdem er und mit ihm viele andere politische Aktivisten und Intellektuelle verhaftet wurden, spielte er auch dort Gitarre und sang Lieder – um den Gefangenen Mut zu machen. Die Inhaftierten sangen mit, weshalb man ihm die Hände zerschmetterte. Aber er sang weiter, weshalb man ihm auch den Kopf zerschmetterte. Danach hing man ihn als Warnung vor der Tribüne auf. Vor kurzem wurde das Estadio Chile in Estadio Victor Jara umbenannt.

           

Neben Victor Jara ist Violeta Parra (1917- 1967) die wichtigste Figur dieses Musikstiles. Sie gilt als Mutter der Pena* und des neuen chilenischen Liedes. Violeta Parra erlebte weder den Triumph Salvadors Allendes – für den sie gekämpft hatte – noch die Verbrechen der Diktatur mit, sie nahm sich zuvor das Leben. Bis zu ihrem Tod hatte sie an die 3000 Lieder und Tänze der chilenischen Landbevölkerung gesammelt, interpretiert und viele davon aufgenommen. Was mit den politischen Bestrebungen Allendes in Gang gesetzt wurde, vernichtete der Militärputsch größtenteils. Aber diejenigen, die diese kurze Zeit des aufblühenden Kunst- und Kulturlebens mitgetragen haben, die 1971 durch die Vergabe des Literaturnobelpreises an Pablo Neruda gekrönt wurde, leben in Chile weiter, so wie die Lieder der “Nueva Cancion Chilena“.

Wie der Muralismo hat das Neue Chilenische Lied durch seine politischen Texte einen subversiven Charakter. Sie behandeln beide die selben sozialkritischen Themen und Inhalte. Nach dem Militärputsch 1973 wurde die „Nueva Canción“ jedoch verfolgt und unterdrückt und konnte erst nach Chiles Rückkehr zur Demokratie 1989 im Land selbst wieder Fuß fassen. In der Zwischenzeit hatte die Nueva Cancion Chilena im Exil überdauert und sich weiterentwickelt. Unter Nueva Cancion werden ua all jene Gruppen zusammengefasst, die durch die Pena Violeta Parras oder die ihrer Kinder bekannt wurden. Das sind neben vielen anderen: Inti-Illimani, Tito Fernandez, Patricio Manns, Rolando Alarcon, Payo Grondona, Isabel Aldunate, Amauta. Oder Gruppen, die diesen Stil ebenfalls praktizierten und später noch weiterentwickelten wie beispielsweise Sol y Lluvia.

 

Das heutige Musikleben Chiles ist weniger US-amerikanisch als man aufgrund der langen Pinochet-Zeit erwarten würde. Man hört ganz überwiegend spanische Texte, egal in welcher Stilrichtung. So auch beim Rap, der sich bei den Jugendlichen der Poblaciones** und beim Nachwuchs des politisch linken Spektrums Chiles fest etabliert hat. Man rappt auf Spanisch über die Abwesenheit von Geld, die Polizei und die Frauen – auch über Allende, Pinochet, Verschwundene, die Mapuche-Indianer*** oder das Leben mit Repressionen. Stadtteile wie Renca, Cerro Navia, Macul, Pedro Aguirre Cerda oder La Florida sind durch die Straßenpräsenz der Hip-Hopper zu Referenzorten in der chilenischen HipHop-Geschichte geworden. Im Gegensatz zum westeuropäischen und US-amerikanischen HipHop, der ja so gerne das Leben auf der Straße glorifiziert, das man selbst gar nicht kennt, lebt der HipHop in Chile noch von und auf der Straße.

       

Es gibt mittlerweile in Chile unglaublich viele verschiedene HipHop-Gruppen und unterschiedliche Definitionen von Rap, aber inhaltlich sind fast alle politisch. Ende der 80er, Anfang der 90er gelangte mit dem US-amerikanischen Fernsehen HipHop in die Augen und Ohren der von der Diktatur kulturell eingeschränkten Jugend. Breakdance hieß zunächst die neue Leidenschaft einer kleinen Gruppe von besessenen Chicos, nachdem man “Beatstreet“ gesehen hatte. Schnell bildete sich eine kleine HipHop-Gemeinschaft, die sich in der Calle Bombero Ossa zum Breaken und Rappen traf. Zu der ersten HipHop-Generation in Chile (Vieja Escuela), gehörten neben anderen die Rap-Combos La Pozze Latina, Los Marginales, Panteras Negras und die Breaker Gravedad Zero. Vor allem die Philosophie des “Selbermachens“, die man in Chile bisher nur von den Punx kannte, sprach die Jugendlichen an, die ihre Kindheit unter der Diktatur verbracht hatten. Denn sie hatten die Nase voll von Fremdbestimmtheit.

         

Mitte der 90er Jahre beginnt dann die Zeit der Nueva Escuela, der neuen Schule, des HipHop. In der neuen Schule des Rap bleibt man politisch, ist aber weniger direkt, dafür aber poetischer; die Beats sind jetzt komplexer und von besserer Sound-Qualität. Mittlerweile ist die Szene schon recht groß und bereichert durch viele, die aus dem Exil zurückkamen und HipHop-Experience und Einflüsse aus anderen Ländern mitbrachten. Dazu gehören Mitglieder von Demos Sapiens, Makiza, den Corrosivas und Tiro de Gracia.

Inzwischen ist auch Writing (Graffiti) mit renommierten Crews wie Ninos Con Spray (NCS) und Children With Problems (CWP) weit vorn. Man trifft sich jetzt in der Estacion Mapocho, da es in der Calle Bombero Ossa für die gewachsene Hip-Hop-Community zu eng geworden ist. Die Polizeibesuche sind dort noch nicht zur Regel geworden, sodass man ungestörter üben und aktuelle Informationen oder rare Hilfmittel wie Zeitschriften, Videos, Computerprogramme, Caps und so weiter austauschen kann.

Heute, nach einer Zeitspanne von fünfzehn Jahren, findet man in Chile ein beachtliches Potenzial an Freestyle-, Beatbox- und Breakdance-Aktivisten. Viel zäher und schwieriger entwickelten sich im Gegensatz dazu die DJ-Kultur, das Produzieren von Beats und das Writing. Dies ist so aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten in Chile. Denn das Leben ist teuer und das Einkommen gering. Aber viele der nicht privilegierten jugendlichen HipHop-Liebhaber beißen sich durch diese harten Gegebenheiten, indem sie zehn Stunden, sechs Tage die Woche arbeiten, um für einen Schallplattenspieler, einen Computer, Vinyl oder Sprühdosen zu sparen. Deshalb ist Writing zwar seit Ende der 80er Jahre in Chile präsent, aber größtenteils auf einem Niveau, das nicht mit Europa oder den USA vergleichbar ist.

 

Der Begriff ’Writing‘ steht, im Gegensatz zu Muralismo, für urbane Kalligraphie; er umfasst die verschiedenen Darstellungs- und Variationsformen von Buchstaben, in der Regel des lateinischen Alphabets, mit Aerosol im öffentlichen Raum. Auch im Writing gibt es bildliche Darstellungsformen, im Vordergrund steht jedoch der Buchstabe. Writing entstand in den 70er Jahren in New York City. Da unter dem Namen Graffiti inzwischen verschiedenste Ausdrucks- und Kunstformen zusammengefasst werden, versuchen sich die “Sprüher“ durch Begriffe wie “Writing“ oder “Aerosol-Kultur“ von anderen gemalten Darstellungsformen an Wänden abzugrenzen.

In den traditionell rebellischen Poblaciones findet man neben den politischen Wandbildern auch viele politische Aerosol-Botschaften. Dass Writing und Rappen in diesen Stadtteilen schnell zum Volksport der Jugendlichen wurde, liegt an der Kombinationen aus massivem US-Einfluss (Importe) und der politischen Vergangenheit Chiles. Denn hier wuchs man mit Wandbildern und dem politischen Lied auf. Es sind hier bereits traditionell erprobte Widerstandsformen.

 

Gemeinsam haben Writing und Muralismo das Prinzip der Autodidaktik und der Aktion im öffentlichen Raum. Beides geschieht in der Regel in der Illegalität und beinhaltet somit immer die Gefahr der Kriminalisierung. Beide organisieren sich in Gruppen – Brigaden beim Muralismo, Crews im Writing. Während der Muralismo und das Neue Chilenische Lied aus einer politischen Motivation heraus entstanden sind, also von ihrem Ursprung her politisch sind, kann man diese Motivation generell nicht auf Rap oder Writing übertragen. Ihr Ursprung kommt oft aus pubertärem Wettbewerbsgehabe, dessen Ziel oft nur die Aufwertung des eigenen Egos durch Fame ist. Solche und andere Motivationsgründe gibt es zwar auch in Chile, dennoch ist HipHop hier sehr stark politisiert.

Denn es ist kein Zufall, dass gerade diese beiden Elemente der HipHop-Kultur in Vergangenheit und Gegenwart weltweit zur politischen Agitation genutzt wurden. Denn sie eignen sich am besten, um mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Ob Raplyrics oder Writingpieces politisch sind, hängt von der Intention ihrer Schöpfer ab und von der individuellen Rezeption durch die Öffentlichkeit. Ein Agitationspotential ist diesen Ausdrucksformen jedenfalls immanent. Beim illegalen Writing kommt ein “Angriff“ auf das Privateigentum und damit ein indirektes Infragestellen des selben hinzu. Ob dies beabsichtigt ist oder nicht, spielt weder für den Eigentümer noch für die gesendete Botschaft eine Rolle.

 

Und in dieser Hinsicht sind Rap und Writing in Chile auf politisch fruchtbaren und bestellten Boden gefallen, nämlich in die Hände und Köpfe von politisch sensibilisierten Jugendlichen. Manche Gruppen stellen ihre politischen Ambitionen auch sehr deutlich in den Vordergrund. Zum Beispiel das Projekt “HipHoplogia“. Das sind verschiedene Künstler und Gruppen die sich eine Infrastruktur aufgebaut haben. Und ihre Lyrics haben grundsätzlich eine politische Ausrichtung. Ihr Slogan ist: “HipHoplogia – Del Mensaje a la ACCION“ (Von der Message zur Aktion). Ihre Schriftzüge sind durch doie Writer entsprechend auch an den Wänden der Poblaciones präsent. Ähnlich wie es in der Pena zelebriert wurde, greifen sie die Idee des gemeinsamen Musikmachens auf und stellen dabei ihre politischen Ambitionen in den Vordergrund.

Ein weiteres Beispiel für solche Berührungspunkte sind Alben wie “Fusion de Estilos“ von Tapiarabiajackson, produziert von DJ Raff, 2002 bei WEA/Warner Music erschienen. Auf “Fusion de Estilo“ sind folkloristische Elemente und Instrumente neben HipHop-Beats zu hören. Diese Fusion entstand durch die Zusammenarbeit mit Kike Galdames von Illapu. Illapu existiert seit 1971 und ist eine chilenische Folkloreband die ihrerseits im Laufe der Jahrzehnte Folklore mit anderen Musikstilen vermischte. Tapiarabia sind auch schon länger dabei und entstanden um das Ex-Tiro De Gracia-Mitglied Zaturno. Tiro de Gracia war damals die erste chilenische Rap-Gruppe die einen Majorvertrag bekam. Und sie wurden in kurzer Zeit sehr bekannt, was sie innerhalb der Szene einige Sympathiepunkte kostete, aber zeigte dass Rap in Chile auch in der Lage ist Massen von Menschen zu begeistern. So wurde auch das Album von Tapiarabiajackson & Zaturno national und auch über Chiles Grenzen hinaus bekannt. Inhaltlich thematisieren Tapiarabia und Zaturno die Vergangenheit und die daraus resultierenden Probleme Chiles. Die Texte kommen nicht nur von Zaturno/Tapiarabia, sondern auch von Victor Jara oder Pablo Neruda. Und auch der Produzent DJ Raff hat auf seinem Solo-Album die Worte aus “Gracias a la vida“ von Violeta Parra übernommen. Und auf Grußlisten solcher Produktionen bekommen dann nicht nur KRS-One oder Cypresshill Respekt sondern auch der Che, die Zapatisten oder die Mapuche. Man findet viele solcher Queerverweise in der Musik und der Jugendkultur Chiles.

Denn solange die Vergangenheit nicht bewältigt ist, werden Muralistas und Writer gleichermaßen die Namen der Verschwundenen schreiben. Oder die Gesichter von Allende, Neruda oder Victor Jara in ihre Styles und Pieces malen. So dass sie uns weiterhin auf den Straßen Santiagos begegnen. Und auch die Worte Allendes, Victors, Violetas oder Pablos werden erstmal in Chile weiterleben – und das nicht nur auf den Penas oder auf Veranstaltungen der Linken, sondern gleichermaßen auf den HipHop Jams, Punk-Konzerten oder Reggae-Festivals dieses Landes. Denn in Chile weiß man: „Die einzig wirklich Toten sind die Vergessenen!“

* Slogan/Motto der Dachorganisation der Muralistas (Coordinadora Metropolitana de Talleres y Brigades Muralista)- war aber nicht ihre Kreation, sondern dies wurde schon während der Diktatur an die Wände gemalt.

*Pena – Die Penja entstand in den 60er Jahren wo sich Künstler und Musiker trafen, um dem aufkommenden Hype der US-amerikanischen Musik und der US-Amerikanisierung etwas entgegenzusetzen. Dies betraf nicht nur Musik sondern auch Poesie, Literatur und andere Bereiche. Im Allgemeinen versteht man heute unter einer Pen(j)a einen Ort wo Menschen zusammenkommen um gemeinsam (politische) Musik zu machen.

**Poblaciones – Die ausgedehnten Armenviertel Chiles. Sie sind in gewisser Hinsicht befreite/besetzte Gebiete, deren Bewohner, abgehärtet von der Armut, eine erstaunliche, labyrinthische Kultur entwickelt haben, und Polizei und Armee überlegen es sich zweimal, ehe sie sich dorthin wagen, denn dort müssen sie sich mit einfallsreichen Formen des Widerstands auseinandersetzen.

***Mapuche – Die Mapuche sind ein indigenes Volk Südamerikas. Ihr angestammtes Gebiet erstreckt sich auf die Staaten Chile und Argentinien. Im Gegensatz zu den meisten anderen indigenen Völkern widersetzten sich die Mapuche der spanischen Kolonialisation und dem später folgenden Kapitalismus und Neoliberalismus mit heftiger und oft erfolgreicher Gegenwehr.

Der Artikel erschien 2003 im Neid Heft#10.
Neid ist ein transmediales Projekt:

www.thing.de

Für HipHop in Chile checkt:

www.zonahiphop.cl

Text: Beaware 2003
Fotos: Beaware 2002

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