Jukebox Utopias
discoures and ventures in music
Neue Sendereihe: „Wise Up! Otto Wagner Areal. Zur Vergangenheit und Gegenwart der Baumgartner Höhe“
Es geht um meine Suche nach der verschütteten und großteils vergessenen oder auch verschwiegenen Vergangenheit der Baumgartner Höhe, der ehemaligen psychatrischen Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke „Am Steinhof“, welche auch die sogenannte Jugendfürsorgeanstalt „Am Spiegelgrund“ umfasste, das heute sogenannte Otto-Wagner-Areal in Wien.
Dafür rede ich in jeder Folge mit Expert:innen.
Diese Sendungen archiviere ich auf CBA, die Musiksendungen auf SoundCloud. Reste meines Sendungsarchivs (siehe weiter unten) sind noch auf MixCloud.
CBA Archiv der Sendereihe
Alle meine CBA Sendungen, vor allem Eigenklang-Produktionen
To wise up:
I. (sich) aufklären, informieren
II. dahinter kommen
History WiseUp! Radio
Wissen ist sexy. Be a nerd!
In der mediatisierten Hypermoderne gewinnt die Fähigkeit des „zwischen den Zeilen Lesens“, des aktiven sich aufklärenden Informierens an Relevanz. Interviews waren und sind deshalb oft das Kernstück der Radiosendungen.
WiseUp! entstand aus verschiedenen Radiosendungen und Formaten, die seit 1999 im Hamburger Freien Radio FSK bei Radio ST. Paula oder in der Musikredaktion ausprobiert wurden. So gab es Sendereihen wie „Subversion auf Deutsch“, „Neues aus der Neuen Welt“ oder auch Themen-Features, Veranstaltungs-Berichte oder Portraits; 2002 startete das Format WiseUp! Radio. Die ersten zwei Jahre war WiseUp die Spiel- und Experimentier-Wiese von MC/DJ-Gato und der rasenden Raportesse Beaware. Ab 2004 wurde es Sonntags nachts mit Benni Bo nur noch chaotischer. Die Sendegruppe Weekly Operation entstand 2005 aus einer Vernetzung innerhalb der Musikredaktion des FSK, es bildete sich eine Gruppe aus DJs, Rappern, Writern, Musik-LiebhaberInnen, RedakteurInnen, AktivistInnen, die sich mit HipHop und artverwandten Genres beschäftigten. Die Weekly Operation realisierte 2005 die Sendereihe „25 Jahre HipHop-Vinyl“. Neben WiseUp! sendeten dort im Laufe der Jahre Redaktionen wie Back to the Basics, Freekquencies, Asio Overload, Wildstylz of Rap, Rap auf Rezept oder No TV Raps.
2004 organisierte WiseUp! zusammen mit Ale Dumbsky (Buback/ Read) und dem 3001 Kino das End2End Graffiti-Filmfest in Hamburg. 2006 wurde das End2End Graffiti-Filmfest erneut – diesmal durch ein weibliches Orga-Team realisiert, zusammen mit Maya Fahrenkrug und Sabrina Rüger. Ebenso 2007, wo End2End ein weiteres Mal im Hafenklang Exil stattfand. Neben thematischen Filmen gab es Vorträge, Ausstellungen, DJ Sets und Konzerte. Ab 2008 wurde WiseUp! mein Soloprojekt, eine One-Woman-Initiative und war beim We B*Girlz Festival Berlin involviert. Viele Radio-Themen wurden weiter zu Artikeln verarbeitet und sind im Backspin Magazin, auf aightgenossen.ch, HHNOISE.de, im HHV Magazin, Non-Stop Magazin, Graffiti Magazine erschienen. 2010 bis 2014 sendete WiseUp! Radio bei Pi Radio in Berlin und ab etwa 2015 in Österreich, zunächst bei Radio Freirad in Innsbruck, später bei Radio Orange oder RES Radio in Wien.
WiseUp! Radio war ein Format, das sich mit Musik und Diskurs beschäftigte, meist in langen Gesprächen und Interviews. Denn Popkultur ist nicht statisch, sondern streitbar! Medial sowie in der Forschung wird zu wenig vom großen Ganzen sichtbar. Viele Genres und Diskurse bleiben außen vor. Einzelne KünstlerInnen und AktivistInnen haben deshalb im Radio die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit ausführlicher vorzustellen. Ein Schwerpunkt lag dabei einige Jahre auf HipHop. Aber durch den Einfluß von HipHop auf andere Stilrichtungen und Genres, sind im Laufe der Jahre die Grenzen zu anderen Genres immer mehr verschwommen. Daher verschob sich der Schwerpunkt zunehmend an die Schnittstelle von HipHop und Elektronika, auf die hybriden Formen, die HipHop in Kombination mit anderen Genres – direkt oder als abstrakte Referenz – bildet.
Und schließlich hat meine wissenschaftliche Forschung ab 2013 Einfluss hat auf die Radioinhalte genommen. Weil es Sinn macht, eine Forschung über Musik und Klang, über das Hören, eben auch mit Musik und Klangbeispielen sonisch zu begleiten. Gabber und Hardcore, elektronische und experimentelle Musik wurden immer öfter zum Thema. Über 100 Sendungen auf Mixcloud haben meine Forschungen zu Transmedia Festivals, zu Breakcore und Gabber begleitet. Weitere 60 HipHop-Sendungen waren auf play.fm archiviert, die mit ihrem Archiv nicht mehr online sind. Oder, wie im Fall von Mixcloud, „unzugänglich“ gemacht. Wie fragil mediale Praxis ist, zeigt sich heute überdeutlich in der politischen und ökonomischen Einflussnahme der Plattform-Konzerne. In sozialen Ausschlussmechanismen, die klassistische, rassistische, sexistische und ableistische Muster ungeniert Fortschreiben. Auch deshalb bleibt alternative Dokumentation und Berichterstattung wichtig.
Interviews und Gespräche sind durch den ökonomischen Druck auch in meinen Sendungen seltener geworden, denn Radiojournalismus ist viel Arbeit. Sie finden aber nach wie vor einen Raum, wie aktuell bei Wise Up! Otto. Unter Jukebox Utopien sende ich überwiegend Recordings von meinen Live-DJ-Sets.
Ich mag Sonic Ethnography, chaotische Soundwelten und O-Ton-Gesprächsschnipsel, produziere im Prekariat Radiosendungen, Fotos, Poster, Texte, Bücher, Lesungen und Events. Tapes, Scapes, Sets und Mixes.
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