Wiener Festwochen, 12.05.-18.06.2017

Für den neuen Intendanten Tomas Zierhofer-Kin, der vormals das Donaufestival kuratierte sind Feste besondere Ereignisse: „Das FEST als gemeinschaftliches Ritual stellt den Alltag und die Ordnung der Dinge auf den Kopf und eröffnet Gelegenheiten für den geistigen, emotionalen und gesellschaftlichen Ausnahmezustand. In diesem Sinne begreifen wir auch die Wiener Festwochen als FEST für die Stadt und wollen gemeinsam mit den eingeladenen Künstler*innen und Denker*innen und Ihnen, unserem Publikum, ein rauschendes FEST feiern. Man soll ja bekanntlich die Feste feiern, wie sie fallen. Und wir haben Anlässe genug! Es ist in gewisser Weise ein groß angelegtes geistiges wie sinnliches Experiment, das utopische Gegenentwürfe produziert. Ein FEST, das herrschende Denk- und Handlungsmuster in Frage stellt, aber auch Raum schafft für ekstatische Erfahrung, Potenziale freisetzt und Utopien produziert.“

Mit „Hyperreality“ präsentieren die Festwochen vier Nächte lang experimentelle elektronische Musik.

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„Werfen Sie mit Hilfe der von uns initiierten Akademie des Verlernens Ihr bisheriges Wissen über Bord. Tanzen Sie die Nächte durch bei unserem neuen viertägigen Musikfestival HYPERREALITY und nehmen Sie den Club als Utopieraum wahr. Nehmen Sie mit Derrick Ryan Claude Mitchell und seiner Gruppe Saint Genet an einer bildgewaltigen Performance der Grenzüberschreitungen teil, an deren Ausgangspunkt eine historische Tragödie in Amerika steht oder fragen Sie sich mit Romeo Castellucci in Democracy in America wie das Leben nach dem Ende der Politik sein könnte. Eine Fülle von Koproduktionen, Uraufführungen und Klassikern wartet ebenso auf Ihre persönliche Entdeckung, wie Workshops, Diskurse und partizipative Projekte im ganzen Stadtraum.“

Die Wiener Festwochen haben mit ihrem Start in den 1950er Jahren etliche wichtige Grundsteine für die Schaffung eines neuen Images von Wien gelegt – nach innen und außen. Nach der Isolation Wiens und Österreichs durch Austrofaschismus und Nationalsozialismus galt es, sich erneut mit der Welt zu vernetzen, die Stadt und das Land wieder in einen internationalen Diskurs von Kunst und Kultur zu bringen, wieder Leben, Offenheit und die Idee einer Zukunft zu propagieren. Auch in ihrer weiteren Geschichte haben die Wiener Festwochen stets zentrale gesellschafts- wie kulturpolitische Aufgaben übernommen.

Auch heute positionieren sich die Wiener Festwochen als spartenübergreifendes Kunstfestival in der Stadt. Im breiten und dichten Kulturangebot Wiens geht es uns darum, Ungesehenes und Ungehörtes zu präsentieren und zu ermöglichen, andererseits – als inhaltlicher Motor – Genres, Gedanken und Ideen miteinander zu vernetzen. Die Wiener Festwochen definieren sich als Festival für Hoch-, Sub- und Gegenkulturen sowie Musiktheater, Theater, Bildende Kunst, Performance, Tanz, Musik, Installation, Diskurs, Partizipation, Workshops und neue Kunstformen jenseits von Spartenbegriffen. Das Festival nicht vor Genregrenzen Halt machen, sondern begreift Kunst als einen Prozess, der im Erschaffen temporärer Ground Zeros neue Solidarität ermöglicht und zum Probierfeld einer Gesellschaft wird.

http://www.festwochen.at/

http://www.festwochen.at/programm/

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