Ausstieg

Royal Bunker – Geh schnell, bevor du Pop-Musik wirst

Marcus Staiger hat lange darum gekämpft, dort zu sein, wo er jetzt ist. Obwohl er nicht der talentierteste Rapper seines Labels war, hat er selbst eine Art Starstatus erreicht. Unzählige Battles wurden von ihm moderiert. Kaum eine Diskussionsrunde über Hip-Hop kam ohne ihn aus. Seine direkte und gewollt saucoole Art, die sich auch in seinem Newsletter widerspiegelt, polarisierten ordentlich und prägten das Image des Bunkers. Dazu gehörte auch sein mit ordentlich Testosteron aufgeladener Idealismus – der vermuten liess, es gäbe noch 100 Jahre Royal Bunker. Denn die zwanghafte Bunker-Rebellion war oft anstrengend. Aber nur selten langweilig. Aber nichts ist eben nur so, wie es scheint. Und hinter dem Macher Staiger gab es auch immer den gut verwahrten Privatmenschen Marcus mit Frau, Kindern und Sinnkrisen. Nachdem Staiger nun mit K.I.Z. ein weiteres vorläufiges Hoch erreicht hatte, musste er feststellen, dass er die Branche, in der er tätig ist, nicht leiden kann. Nach zehn Jahren hat er einfach den Spass verloren und geht. Um ein letztes Mal für die Dreifaltigkeit von Härte, Ehrlichkeit und Konsequenz einzustehen. Im Hip-Hop wird er aber weiterhin präsent sein. »»»»

Journalistisch | , , , , | Kommentieren