Music Austria Interview mit der Künstlerin und Fahrradaktivistin Conny Zenk

„Mit jedem Soundride entsteht ein kollektiver Klangkörper“ – die Medienkünstlerin Conny Zenk im MICA-Interview

An der Schnittstelle zwischen DIY und Establishment arbeitet die Künstlerin CONNY ZENK mit verschiedensten medialen Ausdrucksformen und verknüpft sie. Neben Visuals, Filmen, Zirkusartistik, Noisebombing, FreeTekno, Ensemble Musik oder Fieldrecordings wird auch das Fahrrad zum Vehikel und Medium für Klang, Performance, stadtpolitische Diskurse und queer-feministische Inhalte. CONNY ZENK im Interview mit Bianca Ludewig.

Du machst ja sehr viele unterschiedliche Dinge – Visuals, Film, Sound, Installationen, Performances im öffentlichen Raum… Würdest du sagen du arbeitest interdisziplinär oder transmedial – als was bezeichnest du dich selbst und deine Arbeit?

Conny Zenk: Transmedial und interdisziplinär ist eine gute Beschreibung, weil es natürlich beides ist. Unter transmedial verstehe ich das medienübergreifende Arbeiten: ich verwende unterschiedliche mediale Formate, wie zum Beispiel Video und Grafik, Performance, Text und Sound Art, aber auch Sensorik und digitale Übersetzungen kommen zum Einsatz wie 3d-scanning und Augmented Reality. Im Rahmen von RAD Performance wird das Fahrrad zum Vehikel und zum Medium für Sound Art, Performance, stadtpolitische und queer-feministische Inhalte. Meine Praxis ist kollaborativ und damit kommt auch die Interdisziplinarität ins Spiel. Ich arbeite mit Künstler*innen, Radbot*innen, Wissenschafter*innen und Aktivist*innen zusammen, die ihre Expertisen aus den unterschiedlichen Bereichen einfließen lassen. Ein Beispiel wäre das Projekt RAD Performance BIOSPHERE, dass wir 2022 ausgehend von einem Park im neuen Stadtentwicklungsgebiet, dem Nordbahnviertel, der sogenannten „Freie Mitte“ über das Donaufeld zum Schlingerhof und dem Floridsdorfer Markt, entwickelt haben. Beim Abschlusskonzert sind Flonky Chonks mit mobilem Schlagzeug am Lastenrad und ihrer Fahrrad-Hymne „Flächendeckend 30 km/h“ aufgetreten. Hier verbinden sich Themenbereiche wie Stadtentwicklung, Stadtgeschichte und aktuelle Diskurse zu einer klimagerechten Stadt.

Bild BIOSPHERE
BIOSPHERE (c) Hannah Mayr

Neben Expert*innen zur Geschichte in Floridsdorf, habe ich mit der dort ansässigen Gebietsbetreuung, aber auch mit Aktivist*innen zur Erhaltung des Donaufeldes gesprochen und mir mit dem Vogelbeobachter Martin Riesing, die Vogelperspektive via Fahrrad entlang der Route vom Nordbahnviertel nach Donaustadt, angeschaut. All diese Erfahrungen wurden nach und nach Bausteine für die Zusammenarbeit mit weiteren Künstler*innen und gemeinsam haben wir so den performativen, akustischen, visuellen und poetischen Teil von BIOSPHERE entwickelt. Dieser Hintergrund, aktuelle Stadtentwicklungen und die vielen Graffiti-Tags zu Lobau Bleibt! entlang unserer Route, ergaben den thematischen Fokus im Text und Soundtrack. Soundtracks, Poesie und Performance werden bei RAD Performance für eine bestimmte Route entwickelt. Als Schwarm bewegen wir uns mit mobilen Lautsprechern durch die Stadt, wodurch die Soundscapes der Stadt überlagert und durch unsere Musik erweitert werden.

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In deiner Biografie und Website benutzt du den Begriff Visual Music. Was ist für dich Visual Music oder was verstehen Macher*innen darunter?

Conny Zenk: Visual Music beschreibt für mich eine Erweiterung von Musik und Raum, mittels Video- und Lichtarchitektur. Wobei Video, Projektion und Raum als eigene Stimme, im musikalischen Sinn, gelesen werden kann.  Räume aus Licht und Projektion verändern ihre Architektur bezugnehmend auf Sound und Performance. Es entstehen Wiederholungen, Referenzen und Überlagerungen. Gleichzeitig spielt die Projektion im Raum mit sinnlicher Wahrnehmung: die projizierten Lichtstrahlen treffen direkt auf die Körper der Musiker*innen und Performer*innen. Meine visuelle Arbeit ist eine ephemere, kaum greifbare, aber spürbare Lichtarchitektur, die über die Positionierungen und Plätze der Zuschauer*innen so räumlich wie der Klang ganz unterschiedlich auf das Publikum einwirkt. Durch die unterschiedlichen Medien und Blickachsen gelingt es in reale, fast greifbare Landschaften einzutauchen und mittels Videoanimation den Rahmen für die Imagination zu eröffnen.

Künstlerisch interessieren mich freie, improvisatorische Zugänge und die Möglichkeit mit ganz unterschiedlichen Räumen arbeiten zu können. Ich kann sehr gut damit umgehen, wenn ich einen technisch nicht voll ausgestatteten Raum vorfinde und mir diesen erst selbst aneignen muss, indem ich entscheide wo ich Projektoren, Lautsprecher, Haze und Licht positioniere. Das ist natürlich eine technische und auch zeitliche Herausforderung, vor allem wenn es große Räume sind, es ermöglicht mir aber anders mit dem Raum umzugehen. Ich arbeite auch sehr gerne in unterschiedlichen Skalierungen, wie zum Beispiel in einem Raum wie dem Echoraum, wo ich scanning dimensions präsentiert habe. Scanning dimensions ist eine mehrkanalige Arbeit, die ich mit transluzenten Screens aus Lasergewebe und mit Mini-Projektoren, die nicht größer sind als eine Handfläche und frei im Raum positionierbar sind, realisiert habe.

Und wie fing alles an, wann hast du angefangen dich in Richtung Kunst auszubilden oder da Aktivtäten zu entwickeln?

Conny Zenk: Ich hab mir mit 16 Jahren zum ersten Mal DJ-Turntables gekauft und mit Freunden aufgelegt und Platten getauscht. Da es in der ländlichen Umgebung im Burgendland, wo ich aufgewachsen bin, kaum alternative Orte für elektronische Musik gab, hab ich viel Zeit mit Freunden an unterschiedlichen Orten verbracht, wo wir ungestört Musik machen und hören konnten. Dabei habe ich mich auch mit Personen aus der Umgebung vernetzt und bald bei unterschiedlichen Parties aktiv mitgewirkt. In dieser Zeit habe ich nach der Matura ein Grafik Design Studium begonnen und Flyer, Posters und diverses visuelles Material für Parties, aber auch viele Jahre für aktivistische Aktionen, wie die Free Parade in Wien, gestaltet. In dieser Zeit habe ich mich auch mit zeitgenössischem Zirkus beschäftigt und war immer wieder als Performer*in gebucht. Während meinem Studium an der Universität für angewandte Kunst im Bereich Digitale Kunst, lernte ich Joanna Coleman (keinponny) kennen und fing an mit ihr gemeinsam live Visuals im FreeParty-Kontext zu machen. Den Begriff Visual Music lernte ich erst später mit der Filmavantgarde der 1920iger Jahre kennen, davor war es für mich einfach VJing, und meine Live Visuals waren noch weitaus schneller gemixt. Essentielles Tool dafür war damals unser V8-Videomixer.

Auf der Suche nach unterschiedlichen räumlichen Ansätzen zu Visual Music hat mich mein Studium an der Angewandten auch zur Film- und Bühnengestaltung gebracht. Später dann auch wieder zum Sound an die ELAK, ein Lehrgang für Experimentelle und Elektroakustische Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. An der Abteilung Digitale Kunst habe ich mich 2007-2011 sehr viel mit DIY Elektronik, Sensorik und Motion-Tracking beschäftigt und mit der Frage zu Projektion und Raum in Verbindung mit Körper und Sound beschäftigt. 2010-2016 habe ich viele Projekte mit dem Künstler Daniel Aschwanden entwickelt und mich in der Zeit mit Performance und Tanz beschäftigt. Während meines einjährigen Studienaufenthalts in Shanghai 2013-2014 waren für mich Social Media Plattformen in China und die alle Lebensbereiche durchdringende Präsenz von Smartphones ein zentrales Thema. Als Videokünstlerin interessierten mich unterschiedliche Zugänge der digitalen Bildproduktion. 2016 war das Wort des Jahres „selfie“ und ich habe in China Tendenzen wie Online Dating schon fünf Jahre früher erlebt. Dabei habe ich einen Umgang mit Apps und Smartphones im öffentlichen Raum kennengelernt, der in Wien erst viele Jahre später Realität wurde. Ich habe diese Erfahrungen dann in Performances und Avantgarde Filmen umgesetzt und war mit zahlreichen künstlerischen Projekten, vor allem in der Noise und Subkultur Szene, aber auch im Rahmen von Festivals, Workshops und Artist Residencies nach China, Südkorea und immer wieder auch in Hong Kong eingeladen.

„Künstlerisch interessieren mich freie, improvisatorische Zugänge und die Möglichkeit mit ganz unterschiedlichen Räumen arbeiten zu können.“

Wir haben uns ja im Umfeld der Bike Kitchen kennengelernt – wie kamst du zum Aktivismus rund ums Fahrrad? Das ist ja nicht unbedingt naheliegend, wenn man Visuals und transmediale Kunst macht. Du machst die RAD Performance, Soundrides, spielst Bikepolo, engagierst dich bei queer-feministischen Fahrradkollektiven und man trifft dich bei der Critical Mass. Was sind das für Formate und Projekte?

Conny Zenk: Das stimmt, im ersten Moment hat das alles nicht viel miteinander zu tun. Und dann doch! Wenn ich am Fahrrad Musik höre, wird die Stadt plötzlich zum Film und alle Umgebungsgeräusche und Eindrücke lenken meinen Fokus, mit einem Wimpernschlag funktioniert sogar das Mixing! Ich habe mit Visuals begonnen und daher ist die Bewegung naheliegend als ein zentrales Thema meiner Arbeit. Die ersten Aufnahmen für Visuals habe ich mit meiner Mini-DV Kamera aus dem Zug gemacht. Aus dem Burgenland kommend, bin ich mit Anfang zwanzig täglich nach Wien gependelt und das hat mich sehr inspiriert. Das Fahrrad begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich bin sozusagen um den Neusiedlersee radelnd aufgewachsen. Das sind Dinge die beeinflussen wahrscheinlich unterbewusst. Bikepolo ist ja ähnlich wie beim Radreigen auch ein Sport, der sich sehr viel in kreisenden Bewegungen abspielt. Deshalb haben wir auch die ersten Re-enactments zum Radreigen am ASKÖ-Hardcourt beim Bikepolo Training gemacht und dort mit Bikepolo-Fahrrädern, kleiner Übersetzung und engen Wendekreisen, großartige Bewegungsformationen zustande gebracht. Bikepolo ist ein Sport der Mixed Gender gespielt wird, bei dem die Teilnehmenden nicht nur einem Geschlecht angehören.

Zu der Zeit als ich angefangen habe, war ich aber eine von wenigen FLINTA* Personen in Wien, wenn nicht sogar die erste, die auf internationale Turniere gefahren ist. Über Räume wie die Vienna Bikekitchen habe ich viele andere FLINTA* Personen kennengelernt, die Interesse an Bikepolo hatten und 2016 gab es das erste FLINTA Bikepolo Training in Wien. Mit einer immer größer werdenden Community sind dann auch die R.A.D.S. – Radical. Anarchist. Dangerous. Sisters. – ein queer-feministisches Fahrradkollektiv, gegründet worden. Damit wurde mit jedem Lunar Ride auch eine Community geschaffen, ein mobiler safer space und Allianzen gebildet. Ein Lunar Ride ist ein Groupride von FLINTA*s zu Vollmond, und dabei geht es natürlich auch, ähnlich wie bei der Critical Mass, um Sichtbarmachung von Radfahrenden, speziell FLINTA Personen, im öffentlichen Raum, aber auch um die Mitgestaltung inklusiver urbaner Räume und feministische Aktionen im öffentlichen Raum.

Mit jedem Soundride entsteht ein kollektiver Klangkörper, eine Vielzahl an (verstärkten) Stimmen und Beziehungen der Stadt. Die Radfahrenden sind Ausdruck einer Manifestation der Befragung der Stadt, ihrer Machtstrukturen und Implikationen. Diese Haltung ist angelehnt an Leslie Kerns „Feminist City“; dort schreibt sie: “The way that cities are created and maintained mirrors the patriarchal capitalist society we have to live in. It’s a constant punch in the face. The freedom of movement is not only restricted by national laws, but the freedom of movement through and in the city is restricted by policies that privilege certain groups.”

Bild witchbikebitch RIDE Wienwoche
witchbikebitch RIDE / Wienwoche (c) Ioana Tarchila

Ein weiteres deiner Projekte mit Fahrrädern und Sound ist Hypercycle, was ist Hypercycle?

Conny Zenk: Hypercycle ist eine immersive Tekno-Noise Fahrradperformance aus Wien, gegründet von Gratis Kaiserin und Uli Kühn. Die beiden sind sozusagen die Erfinder. 2017 bei der ersten RAD Performance, die eigentlich eine RADS Performance war, beim Filmarchiv im Augarten, mit einem Workshop mit den Erfindern von Hypercycle – Gratis Kaiserin und Uli Kühn. Ich habe die beiden angefragt, ob sie einen Workshop geben wollen und dann mit uns einen Soundride durch die Stadt machen. Aus diesem legendären Soundride, sind dann zahlreiche HyperCyberheikel entstanden, ein großartiges Netzwerk von Freundschaften und Fahrrädern.

Gratis Kaiserin und Uli Kühn haben vereinfachte Hypercycle Module mit den Teilnehmer*innen gebaut, die wir an die Fahrräder montiert haben und damit unterwegs in der Stadt waren. Ein toller Workshop und Rahmenprogramm mit Lesung, Djing und Co-Cooking, ein kleines Festival sozusagen. Wir waren einen Tag lang im Augarten unter einem riesigen Baum, wo wir gelötet haben und abends gab es den Nightride mit Noise, den Hypercycle liebevoll „beat se streets“ genannt haben. Später haben wir im Rahmen der Klangmanifeste auch eine Vehikelperformance entwickelt und Cyberheikels gebaut. Ich habe meine Leidenschaft für Modulare Synthesizer einfließen lassen und mir aus DIY Bauplänen, Filter und Oszillatoren nachgebaut, die via Dynamos und CV-Input mit der Steuerspannung moduliert werden. Jedes Cyberheikel funktioniert ein bisschen anders. Chris Veigl hat auch eine LED-Lichterkette eingebaut, die wiederum über Licht die unterschiedlichen Modis steuert. Beim Hypercycle sind die Wheelcovers, die Scheiben auf den Laufrädern wichtig, die wiederum wie ein Sequencer funktionieren. Mittels Lichtsensor und von Gratis Kaiserin eigens entwickelten Schaltarmen, lassen sich unterschiedliche Einstellungen und damit Rhythmen über die Geschwindigkeit beim Fahren steuern. Jedes Hypercycle Konzert endet mit einem riesigen Flammenpfurz. Es ist einfach genial!

Bild CYBERHEIKEL Festival Konfrontationen
CYBERHEIKEL Festival Konfrontationen (c) Georg Hartl

Du hast vor kurzem ja auch ein PhD Studium begonnen, worum geht es dabei, was erforscht du?

Conny Zenk: Mein PhD in Art erforscht das Fahrrad als künstlerisches Medium, Vehikel und Instrument. Als ich 2015 meinen ersten Art Ride X im Rahmen des urbanize! Festivals in Wien gemacht habe, hatte ich noch keine Idee welche Ausmaße dieses Projekt wirklich annehmen wird. Zu dieser Zeit habe ich leidenschaftlich gerne Bikepolo gespielt, Nightrides organisiert, war mit einer internationalen Fahrradszene vernetzt und für einige Jahre auch als Radbot*in in Wien unterwegs. Der erste Art Ride X war deshalb auch ein Alleycat, also eine Schnitzeljagd und die Mitfahrenden waren in kleineren oder größeren Gruppen unterwegs und haben sich ihre Route zu den jeweiligen Checkpoints bzw. Stationen selbst zusammengestellt. Mit RAD Performance habe ich dann seit 2017 Künstler*innen eingeladen, Projekte für das Fahrrad zu entwickeln, um es als künstlerisches Medium für viele interessant zu machen. Dabei habe ich eine fluide Rolle als Organisator*in, Kurator*in, Techniker*in und Künstler*in eingenommen. Nach und nach wurden mir immer mehr künstlerische Projekte bekannt, die mit dem Fahrrad realisiert wurden und es hat sich durch Art Residencies und Projekte in Europa und Asien ein internationales Netzwerk entwickelt. Ich möchte diese künstlerischen Arbeiten verlinken und auch inhaltliche und theoretische Fragestellungen dazu entwickeln. Dabei stehe ich natürlich erst am Anfang. Das Studium gibt mir die Möglichkeit auch künstlerische Grundlagenforschung zu betreiben und praxisbezogen zu arbeiten und zu forschen.

2020 habe ich im Rahmen eines Artistic Research Pilotprojekts an der Universität für Musik und darstellende Kunst zum ersten Mal im Kontext Fahrradgeschichte und Klangkunst geforscht. Gemeinsam mit der Radhistorikerin Petra Sturm haben wir seit 2017 immer wieder Workshops zum Thema Radreigen gegeben, eine um die Jahrhundertwende populäre Tanz-, Turn- und Paradesportart, die auf öffentlichen Plätzen und in Turnsälen in ganz Wien gezeigt wurde. Dieses Projekt wurde im Rahmen von Dance Your Bike! auf öffentlichen Plätzen wie dem Schwarzenbergplatz in Wien, der auch bekannt ist für den Startpunkt der monatlich stattfindenden Critical Mass, präsentiert.

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„Während meinem Studium lernte ich Joanna Coleman kennen und fing an mit ihr gemeinsam live Visuals im FreeParty-Kontext zu machen.“

Du hast mir auch erzählt, dass du ein Projekt im Bereich Neuer Zirkus gemacht hast, was war das genau?

Conny Zenk: Ja genau, da gab es einige Projekte im Bereich Neuer Zirkus. Ich habe sehr oft mit klassischen Jonglierrequisten gearbeitet, wie zum Beispiel bei Audiovisual Objectmanipulation gemeinsam mit Markus Liszt und Matthias Hurtl. Wobei auch hier schon Fahrradreifen zum Einsatz kamen. Grund für die Verwendung waren aber auch die technischen Möglichkeiten, da ich mit Motiontracking und IR-Kameras gearbeitet habe und die Fahrradreifen mit einem reflektierenden Ring bedruckt waren. Video und Sound wurden mittels Bewegung von Objekten wie Keulen, Reifen und einem Contact Staff generiert. 2009 hatten wir unsere erste Performance und danach waren wir damit dann auch auf Tour und haben auf Festivals wie dem Mapping Festival in Genf oder beim Arts Birthday mit Future Fluxus im Radiokulturhaus gespielt.

Bild selfieDREAMER
selfieDREAMER (c) Conny Zenk

Während der Performance und dem Experimentalfilm zu selfieDREAMER habe ich mit gemeinsam mit den Künstler*innen Emanuel Gollob, Markus Liszt und Veronika Mayer eine spezielle Kamera-Apparatur entwickelt: mit einem Jonglierrequisit für Smartphones entstanden im Frühling 2019 mehrere Aufnahmen in der Seestadt Aspern. Dieser Ort wurde bewusst als Ort urbaner Transformation gewählt. selfieDREAMER verbindet den Körper mit dem digitalen Netz unserer Stadt. Smartphones sind Prothesen, sind digitale Gadgets die wir täglich bedienen, wir bewegen uns mit ihnen im digitalen Raum und öffentlichen Raum von A nach B. Digitale Geräte werden zu einem Orakel, einem Speicher unserer Wünsche und Sehnsüchte. Wir berühren sie zärtlich, streichen sanft über ihre Screens, lachen und weinen in sie hinein. Die fiktionale Welt bestimmt unsere Wahrnehmung, wird zu einem Raster. In diesem Raster oder Schemata bestimmen andere die die Applikationen programmieren, unser Handeln – unsere Posen und Gesten werden zunehmend von Smartphones gesteuert. Das verwendete Klangmaterial schafft eine Erweiterung, wie Sprachaufnahmen aus einer Textfraktur zum Buch “Vom Schlaf“ von Jean-Luc Nancy, sowie Aufnahmen der Apparatur beim Spielen oder durch abstrakte, elektronisch erzeugte Klänge.

Bild Velodrome
Velodrome (c) Chris Schratt

Und wie kam es zu dem Projekt VELODROME, das du 2022 gezeigt hast, was sind die Ideen und Konzepte dahinter?

Conny Zenk: VELODROME untersucht die Möglichkeiten und Transformationsprozesse von digitalem und virtuellem Raum. Ausgangspunkt ist eine Performance am Fahrrad, realisiert in Bewegung und mit einer Vielzahl an mobilen Lautsprechern. Als VELODROME rotiert elektronische Musik und umkreist das Publikum. Das Fahrrad ist Ve­hikel, Instrument und Akteur zugleich. VELODROME untersucht elektronische und experimen­telle Musik im Sinne von Geschwindigkeit, Tempo und Bewegung und schafft ein mehrkanaliges Klangerlebnis, das erweitert wird durch einen Raum aus Projektion und Licht. An der Schnittstelle zu Performance und Sound Art wird das Fahrrad zum kün­stlerischen Medium. Akustische und räumliche Erfahrungen entstehen durch die Bewegung von Performer*innen und Sound am Fahrrad. Hier war Paul Virilios „Rasender Stillstand“ von 1978 eine Inspiration.

Die erste Version habe ich im Februar 2022 gemeinsam mit Veronika Mayer im Künstlerhaus Wien präsentiert. Es war ein kleineres Setup, wo etwa 50 Personen in der Mitte gesessen haben und wir mit zwei Soundbikes um das Publikum rotiert sind. Ich habe mit Klängen gearbeitet, die im Raum durch die Bewegung oder durch das Fahren entstehen, und mit Tonbandmaschinen habe ich diese Sounds wiederum Live über Mikrofone auf einen Tape-Loop aufgenommen und mit Feedback und Delays gearbeitet. Veronika hat ebenfalls mit dem Live Input der Mikrofone und Granular Synthese gearbeitet. Es gibt auf alle Fälle eine Fortsetzung von VELODROME, die vielleicht sogar in einem richtigen Velodrom gezeigt wird!

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„Ein Soundride mit Ventil Records hat für mich viele Dinge musikalisch vereint, wie zum Beispiel experimentelle und elektronische Musik, Field Recordings, Noise, Industrial und die Umgebungsgeräusche der Stadt.“

Ich würde gerne noch über die Soundrides sprechen, die du in den letzten Jahren organisiert hast, die mich vorm wahnsinnig werden in der Pandemie bewahrt haben. Wann ging das los und was war deine Motivation? Beispielhaft wäre der Soundride zum 8. März letztes Jahr ein Ansatzpunkt…

Conny Zenk: Ja, so ging es mir tatsächlich auch! Ich kam gerade aus Yogyakarta zurück und habe dort eine unglaublich aktivistische Fahrradszene kennengelernt, mit Nightrides und hunderten Tallbikes und Swingbikes auf den Straßen. Als ich Anfang März 2020 zurück in Wien war und wir den ersten Lockdown hatten, habe ich ziemlich rasch begonnen ein Musikformat am Fahrrad zu entwickeln. Ich habe mich also mit Georg Hartl, meinem Partner und Lautsprecher-Experten, zusammengesetzt und überlegt wie wir ein Mehrkanal-Soundsystem für Fahrräder konzipieren können. Dann haben wir die ersten Soundrides im kleinen Rahmen durchgeführt und mit lokalen Record Labels und Künstler*innen zusammengearbeitet. 2021 wurde dann sound x tracks präsentiert: Kompositionen die eigens für kreisende Bewegungen geschrieben und auf unterschiedlichen Plätzen in Graz und Wien präsentiert wurden.

Zum feministischen Kampftag am 8. März 2022 habe ich einen internationalen Sound Call ausgerufen, den wir dann zur Take Back The Streets Demo durch die Stadt getragen haben. Es gab viele tolle Einreichungen wie zum Beispiel von Lisa Hall und dem Shortwavecollective, Christine Schörkhuber, Elisabeth Schimana, Katharina Klement, WiseUp Radio und vielen mehr, woraus ich dann eine Playlist gemacht habe. Das war der Auftakt von insgesamt 13 Soundrides 2022, wobei drei im Rahmen von BIOSPHERE stattfanden. Dabei gab es zum Beispiel Kooperationen mit dem urbanize! Festival, Felderversuche, Sonic Territories und EastBloc Sound, die eine Compilation NO TO WAR mit Musiker*innen aus Ost-Europa produziert hatten und wir mit Spenden zu den Soundrides unter anderem das queer-feministische Kollektiv FemBilkis aus der Kyiv unterstützt haben. An der Schnittstelle zwischen Neuer oder Akademischer Musik und Techno bzw. Clubkontext haben wir zum Beispiel mit dem Label von Fraufeld kooperiert, wo es Mehrkanal-Kompositionen für kreisende Bewegungen beim Grätzlrauschen zu hören gab. Während unseres Soundrides zum Urbanize! ist Lucy Bacchanal mitgefahren, eine DJ die fast ausschließlich auf Demos und im queeren Kontext zu hören ist.

Sie hat für uns live am Lastenrad aufgelegt. Oder ich erinnere mich auch an unseren Soundride mit Global Fyre und Lauter Lärm, wo DJ Ford Escort einen sehr treibenden und technoiden Soundride für uns gestaltet hat. Auch DJ Pacifier hatte ich schon vor einigen Jahren im Rahmen des Soundrides mit female:pressure eingeladen und diesmal war sie gerade auf Tour in Europa und wir konnten sie für die Party buchen. Ein Soundride mit Ventil Records hat für mich viele Dinge musikalisch vereint, wie zum Beispiel experimentelle und elektronische Musik, Field Recordings, Noise, Industrial und die Umgebungsgeräusche der Stadt. Dabei ist es für mich eine ganz andere Erfahrung, Musik während dem Radfahren, in der Stadt und innerhalb eines Soundrides umgeben von Menschen und Fahrrädern zu hören.

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Mit deinem Partner Georg hast du ja ein eigenes Soundsystem für die Soundrides und RAD Performances gebaut. Und ihr habt gemeinsam ein Studio und eine Werkstatt im Kunstkanal aufgebaut… Seid ihr nicht genaugenommen ein künstlerisches Team? Oder wie würdest du eure gemeinsame Arbeit beschreiben?

Conny Zenk: Ja, es ist wie du sagst, er ist ein ganz elementarer Teil von allem. Georg Hartl ist seit 2019 die technische Leitung bei den Projekten und ist doch mehr als nur die technische Leitung. Wenn es um kniffelige technische Probleme bzw. Lösungen geht, dann übernimmt er das. Er hat einen unglaublichen Background, sowohl als Veranstaltungs- und Tontechniker, als Lichttechniker, Systemtechniker und im Bereich des Prototypenbau. Er hat sich eingehend mit Lautsprechern beschäftigt und viele selbst gebaut. Da spielt auch unsere gemeinsame Freeparty-Vergangenheit eine Rolle, wo er bereits auf hohem Niveau DIY-Soundsysteme entwickelt und gebaut hat. Ich brauchte einfach gute Lautsprecher am Fahrrad, Bluetooth-Boxen sind da nicht ausreichend. Das erste Pilotprojekt war Dance Your Bike! und dann natürlich die Soundrides.

Bild Radperformance Dance Your Bike
Radperformance Dance Your Bike (c) Glenneroo

Ich wollte zunächst Lautsprecher die besser sind als Bluetooth Lautsprecher und trotzdem so kompakt, dass sie auf jedes Fahrrad passend montiert werden können. Die ersten Boxen hatten für mich dann aber zu wenig Power, bzw. haben mir die unteren Frequenzen gefehlt und dann haben wir noch Bassboxen gebaut. Wir haben auch einen Amp entwickelt, der auf jeden Gepäckträger passt und alles läuft latenzfrei und in hoher Qualität über Audiofunk. Mit Georg Hartl habe ich aber auch einige visuelle Projekte realisiert. Bei großen Aufbauten sind geniale Techniker*innen unglaublich wichtig. Aber auch unsere professionelle Steadi-Cam Operator Ioana Tarchila ist unentbehrlich und seit 2017 dabei. Sie ist für das bewegte Kamerabild im Rahmen von RAD Performance zuständig, und wir haben ein Filmprojekt für dieses Jahr in Planung.

Bild RAD Team Kunstkanal
RAD Team Kunstkanal: Georg Hartl & Lena Kauer

„Shanghai ist die Stadt des Harsh Noise“

Und du bist noch an einer weiteren interessanten Schnittstelle aktiv – zwischen DIY und Establishment könnte man sagen, warum interessiert dich diese Schnittstelle, was zeichnet sie aus? Du hattest Artist-Residencies in China und Indonesien, Länder mit vitalen Noise und Experimentalszenen, und auch Fahrradaktivist*innen. Wie hast du diese Szenen erlebt und dich eingebracht? 

Conny Zenk: Als ich nach Wien gezogen bin, kam ich verstärkt mit experimenteller Musik und Noise in Berührung. 2010 habe ich begonnen mit Tim Blechmann zu arbeiten und Konzerte in Wien zu spielen und 2013 während meiner Zeit in Shanghai auch in China wie Beijing, Hangzhou und Guangzhou, sowie in Seoul, Südkorea. Shanghai ist die Stadt des Harsh Noise und ich war sehr inspiriert von Torturing Nurse, die zu der Zeit viele Veranstaltungen organisiert haben und wo ich einige Male mitgewirkt habe. Da ich oft in Hong Kong war, konnte ich einige Konzerte wie zum Beispiel im Rahmen von Noise to Signal, organisiert von Dennis Wong spielen und mit Eric Wong und Ching King zusammenarbeiten. Auch im Rahmen späterer Projekte in China, habe ich immer wieder an mein Noise und Experimental Netzwerk, aber auch an freie und unabhängige Art Spaces in China angeknüpft und mit Musiker*innen wie Liu Xin Yu (Beijing), Yinan Zhang (Shanghai), system_error (Xi An), Gunknown (Xi An) und anderen zusammengearbeitet. Das ist eine aktive Szene, wo zum Beispiel Zhu Wenbo der Gründer von Zoomin‘ Nights Records Otomo Yoshihide eingeladen und ohne Ankündigung und Flyer sind hunderte Menschen zum Konzert in einer Unterführung gekommen.

In China bedeutet DIY und abseits des Establishments nochmals etwas anderes. Das war auch in Indonesien inspirierend zu sehen, wie Jogja Noise Bombing aus Yogjakarta arbeiten, die auch spontane Noise Konzerte im öffentlichen Raum organisieren. In Wien gab es zahlreiche Kooperationen mit Musiker*innen wie Peter Kutin, Katharina Ernst, Billy Roisz, Angelica Castello, Noid, Mia Zabelka und vielen mehr, mit denen ich im Kontext von Improvisation, Jazz und elektronischer und experimenteller Musik audio-visuell zusammengearbeitet habe. Ich finde es aber auch spannend gemeinsam mit Musiker*innen aus dem Feld der Neuen Musik zu kooperieren. Mit dem NAMES ensemble haben wir 2016 die alte Rauchmühle in Salzburg bespielt. Das war eine unglaublich großartige Location für Neue Musik.

Bild Conny Zenkl
Conny Zenk / Kunming (c) Georg Hartl

Bei unserem ersten Gespräch, als wir uns kennengelernt haben, ging es vor allem um Musik, was verbindet dich mit Musik, wie fließt Sound in deine Arbeit ein?

Conny Zenk: Ein gutes Beispiel ist der Film CARGO CARRIERS, ein experimenteller Kurzfilm der die audio-visuelle Perspektive eines Wagenziehers auf Kulangsu zeigt. Mittels experimenteller Kameraführung, Field Recording und zeitgenössischer, chinesischer Poesie wird das Spannungsfeld zwischen historischem Weltkultur­erbe, Touristik, Arbeit und Leben verhandelt. Die Audio- und Video-Aufnahmen entstanden in unmittelbarer Umgebung um den Wagen. Der Blick nach oben, auf die Architektur und nach vorne auf den ziehenden Arbeiter bestimmen die zwei grundlegenden Einstellungsebenen. Die Audioaufnahmen habe ich mit einem MS-Mikrofon und Kontaktmikrofonen direkt am Wagen gemacht, um eine räumliche, aber auch das Material durchdringende Abbildung der Situation zu bekommen. Dabei stehen die Geräusche um den Wagen, durch vorrübergehende Passanten ebenso im Zentrum des Films, wie jene Geräusche am Wagen selbst. Ergänzend zur Klangatmosphäre der Insel wirkt die poetische Stimme aus dem Off, wie ein Sub­text zu den Erfahrungen vor Ort. Hintergründe, Texte und Auszüge der Recherche-Interviews, sowie der audio-visuellen Montage sind Ausgangsmaterial für die weitere poetische und schriftstellerische Arbeit.

Bei CARGO CARRIERS überblenden fiktive, digitale und reale Welten. Bilder und Video- als auch Tonaufnahmen werden überlagert, bearbeitet und abstrahiert. Nach und nach verwischt das konkrete Bild und es wird zur Abstraktion, zum Rhythmus und zur Wiederholung.

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Cargo Carriers

Ist das ein fließender Übergang bei dir von Musik, zu Medien / Visuals/ Film oder Performance? Oder sind das Bereiche, die eher nebeneinander existieren?

Conny Zenk: Beides. Sie existieren gleichberechtigt und gehen auch ineinander über. Das tolle ist, dass sich aus den Projektinhalten meist auch unterschiedliche Formate ableiten lassen. Dabei ist es aber unglaublich wichtig, jedem Medium bzw. jeder Arbeit ihre Zeit zu geben. In der unmittelbaren Umsetzung und Komposition konzentriere mich meistens entweder auf Video oder auf Sound oder auf die Performance. BIOSPHERE war mein größtes Projekt 2022 und es gab unterschiedliche mediale Formate wie die RAD Performance, eine Ausstellung und demnächst auch ein Hörspiel.

Und du machst ja noch regelmäßig Visuals für Musiker*innen, die elektronische Musik machen, magst du ein paar nennen?

Conny Zenk: Seit 2014 bin ich Teil der Band VENTIL und dieses Jahr bekamen wir Unterstützung von der großartigen Opernsängerin Johanna Baader. Ein unglaublich tolles Bandprojekt mit Peter Kutin, Florian Kindlinger, Katharina Ernst und Michael Lahner. Ein aktuelles A/V Projekt habe auch mit Ursula Winterauer aka Gischt, die die Labelbetreiberin von Ventil Records ist. Anfang des Jahres 2022 war ich mit Alexandra Bajde und dem Schallfeld Ensemble in der Linhart Hall im Cankarjev dom, Ljubljana. Mit BLACKBOXED VOICES und Martina Claussen dann im Rahmen von Wien Modern im Semperdepot. Ein tolles Projekt das Visuals und Fahrrad verbunden hat, war REC. gemeinsam mit dem ensemble reflektor aus Hamburg.

Bild REFLEKTOR
REFLEKTOR (c) Johannes Berger

Ich nehme dich als Person wahr, die all ihre Zeit und Energie in ihre Projekte steckt und immer in Action ist… Du arbeitest sehr viel, wann kommst du zur Ruhe? Was machst du, um dich zu entspannen?

Conny Zenk: Meistens ist Action das Beste, um mich zu entspannen. Ich komme gerade frisch von der österreichischen Bike Polo-Meisterschaft, dabei bin ich körperlich noch etwas verspannt, aber innerlich fühle ich mich gerade sehr tiefenentspannt.

Bild Milano Shigera
Milano Shigera (c) Gitti La Mar

Liebe Conny, ich wünsche dir weiterhin viel Action und danke dir herzlich für das Gespräch. Ich freue mich schon auf den nächsten Soundride!

Bianca Ludewig

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Links:
https://radperformance.at/
https://connyzenk.com/
https://peterkutin.bandcamp.com/album/ventil

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