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WiseUp! Radio

Diskurse und Legenden um Musik // discoures and ventures in music

to wise up:
I. (sich)  aufklären, informieren
II. dahinter kommen
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Wissen ist sexy. Be a nerd!

Da uns Pop-Kultur täglich umgibt und beeinflusst, ist WiseUp eine kritische Auseinandersetzung damit wichtig. Einzelne KünstlerInnen und AktivistInnen sollen hier die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit ausführlicher vorzustellen. Und dabei zur kritischen (Selbst-)Reflektion motivieren. Im Besonderen sollen KünstlerInnen und AkteurInnen einen Zugang zur Öffentlichkeit bekommen, die sonst in den kommerziellen Medien kaum stattfinden und die nach Meinung der Redaktion mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Ein Schwerpunkt lag dabei einige Jahre auf HipHop. Da HipHop auf viele weitere Stilrichtungen und Genres Einfluss genommen hat, sind im Laufe der Jahre die Grenzen zu anderen Genres immer mehr verschwommen. Daher verschob sich der Schwerpunkt zunehmend an die Schnittstelle von HipHop und Elektronika sowie auf die hybriden Formen, die HipHop in Kombination mit anderen Genres – direkt oder indirekt – bildet. Auch meine wissenschaftliche Forschung hat auf die Radioinhalte Einfluss genommen, sodass vermehrt experimentelle Pop-Musik zum Thema wurde. Die verschiedenen Strömungen in der Popkultur sind nicht in Genres zu fassen, jedoch erlauben uns diese Vereinfachungen sich über Musik zu verständigen und auszutauschen. Popkultur ist nicht statisch, sondern streitbar. Medial ist aber stets nur ein kleiner Teil des großen Ganzen sichtbar. Viele Geschichten und Diskurse bleiben blinde Flecke. Die mediale Praxis ist mitnichten frei von gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Einflüssen und gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen. Muster des Rassismus, Sexismus etc. werden beharrlich – nur jetzt im postmodernen Look – fortgeschrieben. Gerade in der Dokumentation und Berichterstattung liegt deshalb ein beachtliches Potential, das die Geschichte von Pop und auch Gesellschaft selbst mitkonstruiert. Entwicklungen aufzuzeigen und zu hinterfragen ist für „die Sache selbst“ wichtig.

In der Post-Postmoderne gewinnt die Fähigkeit des „zwischen den Zeilen lesens“ nach Meinung der Redaktion an Relevanz. Interviews sind deshalb oft das Kernstück der Radiosendungen. Denn Interviews sind Informationen aus erster Hand. Wichtige Subtexte, Fußnoten zu künstlerischen Werken. Die sichtbaren und unsichtbaren ProtagonistInnen der Sub-/Popkultur sollen sprechen. WiseUp! favorisiert Interviews im Directors-Cut-Format und ein Verhältnis von 50% Wort zu 50% Musik. Neue Musikproduktionen sind ebenfalls eine Basis der Sendung. In Sondersendungen wird punktuell das reichlich vorhandene Audiopotenzial der Plattensammlung oder des WWW gefiltert und kuratiert.

In der Präsentation chaotischer Soundwelten und gesprochener Gesprächsschnipsel spiegeln sich nicht nur prekäre Lebens- und Produktionssituationen, sondern es bildet ebenso das Bedürfnis ab, sich von einem überoptimierten, glattgestrichenen, retuschierten, vereinheitlichten und neoliberalen Medien-Mainstream abzuheben. Das geschah bisher in verschiedenen Formaten wie Radiosendungen, Fotos, Texten oder Veranstaltungen.

History

WiseUp! entstand aus verschiedenen Radiosendungen und Formaten, die seit 1999 – zunächst im Hamburger Freien Radio FSK bei Radio ST. Paula oder in der Musikredaktion ausprobiert wurden. So gab es Sendereihen wie „Subversion auf Deutsch“, „Neues aus der Neuen Welt“ oder auch Themen-Features, Veranstaltungs-Berichte oder Portraits. 2002 startete das Format WiseUp! Die ersten zwei Jahre war WiseUp die Spiel- und Experimentier-Wiese von MC/DJ-Gato und der rasenden Raportesse Beaware. Ab 2004 wurde es Sonntags nachts mit Benni Bo nur noch chaotischer. Die Sendegruppe Weekly Operation entstand 2005 aus einer Vernetzung innerhalb der Musikredaktion des FSK, es bildete sich eine Gruppe aus DJs, Rappern, Writern, Musik-LiebhaberInnen, RedakteurInnen, AktivistInnen, die sich mit HipHop und artverwandten Genres beschäftigten. Die Weekly Operation realisierte 2005 die Sendereihe „25 Jahre HipHop-Vinyl“. Neben WiseUp sendeteten dort im Laufe der Jahre Redaktionen wie Back to the Basics, Freekquencies, Asio Overload, Wildstylz of Rap, Rap auf Rezept oder No TV Raps.

2004 organisierte WiseUp! zusammen mit Ale Dumbsky (Buback/ Read) und dem 3001 Kino das End2End Graffiti-Filmfest in Hamburg. 2006 wurde das End2End Graffiti-Filmfest erneut – diesmal durch ein weibliches Orga-Team realisiert. Ebenso 2007, wo End2End ein weiteres Mal im Hafenklang Exil stattfand. Neben thematischen Filmen gab es Ausstellungen, DJ Sets und Konzerte. 2008 war WiseUp! beim We B*Girlz Festival in Berlin involviert. Viele Radio-Themen wurden weiter zu Artikeln verarbeitet und sind im Backspin Magazin, auf aightgenossen.ch, HHNOISE.de, im HHV Magazin, Non-Stop Magazin, Graffiti Magazine erschienen.

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